BIMI: Ihr Logo im Posteingang — was es voraussetzt und ob es sich lohnt
BIMI ist ein Standard, mit dem empfangende Mail-Anbieter Ihr Logo neben Ihren Nachrichten anzeigen. Es setzt eine DMARC-Richtlinie auf Quarantäne oder Reject voraus, ein Logo in einem strengen SVG-Format an einem öffentlichen Ort, einen zusätzlichen DNS-Eintrag und bei den größten Anbietern ein kostenpflichtiges Zertifikat, das an eine eingetragene Marke gebunden ist. Es verbessert Ihre Zustellung nicht direkt; es geht um Wiedererkennung und Schutz vor Nachahmung. Wer DMARC bereits streng eingestellt hat, für den ist es ein kleiner Schritt. Wer das noch nicht hat, für den ist es die falsche Priorität.
Was BIMI genau tut
Die Abkürzung steht für Brand Indicators for Message Identification. Wenn eine Nachricht von Ihrer Domain alle Authentifizierungsprüfungen besteht, sieht der empfangende Anbieter in Ihrem DNS nach, ob dort ein BIMI-Eintrag steht. Ist das der Fall, holt er das Logo und zeigt es neben Ihrem Absendernamen in der Nachrichtenliste an. Also kein Logo im HTML Ihrer E-Mail, sondern ein Logo, das der Anbieter selbst abruft und nur anzeigt, wenn Ihre Domain bewiesen hat, dass die Nachricht wirklich von Ihnen stammt.
Voraussetzung 1: DMARC mit Durchsetzung
Das ist die Hürde, an der die meisten Organisationen scheitern. Ihre DMARC-Richtlinie muss auf quarantine mit hundert Prozent oder auf reject stehen. Eine Richtlinie auf none genügt nicht, denn dann beweist Ihre Domain nichts. Wer noch auf none steht, muss zuerst den Weg zur Durchsetzung gehen: Berichte lesen, jeden Versender ausrichten, schrittweise verschärfen. Das ist die Arbeit, die BIMI lohnenswert macht, und es ist auch die Arbeit, die die meiste Zeit kostet. Alles über diese drei Einträge lesen Sie auf der Seite über SPF, DKIM und DMARC.
Voraussetzung 2: ein Logo im richtigen Format
Das Logo muss eine SVG-Datei in einem eingeschränkten Profil dieses Standards sein, ohne Skripte, ohne externe Verweise und ohne eine Reihe üblicher Elemente. Ihre gewöhnliche Logodatei erfüllt das fast nie auf Anhieb; meist muss ein Designer sie neu exportieren, und jemand muss sie validieren. Das Logo muss außerdem quadratisch sein, einen einfarbigen Hintergrund haben und über eine gesicherte Verbindung unter einer festen Adresse erreichbar sein.
Voraussetzung 3: der DNS-Eintrag
Ein kleiner TXT-Eintrag an einer festen Stelle unter Ihrer Domain verweist auf das Logo und, falls Sie eines haben, auf das Zertifikat. Das ist technisch der einfachste Schritt.
Voraussetzung 4: das Zertifikat
Hier liegt der Unterschied zwischen den Anbietern. Manche zeigen das Logo, sobald die ersten drei Voraussetzungen erfüllt sind. Die größten, allen voran Gmail, verlangen zusätzlich ein Verified Mark Certificate: ein Zertifikat, ausgestellt von einer begrenzten Zahl von Stellen, das beweist, dass das Logo zu einer eingetragenen Marke gehört. Das setzt in der Regel eine Markenregistrierung voraus, und das Zertifikat kostet jährlich Geld. Inzwischen gibt es auch leichtere Zertifikatsvarianten, die bei manchen Anbietern genügen; was wo gilt, ändert sich gelegentlich, prüfen Sie also die aktuellen Bedingungen, bevor Sie Budget freigeben.
Lohnt es sich?
Das hängt von zwei Fragen ab. Wird Ihre Marke nachgeahmt? Dann ist BIMI ein sichtbarer Unterschied zwischen Ihren echten E-Mails und der Fälschung, und es ist gerechtfertigt. Versenden Sie große Volumen an Verbraucher, wo Wiedererkennung in einem vollen Posteingang zählt? Auch dann kann es sich lohnen. Für ein Unternehmen, das vor allem Rechnungen und Angebote an bestehende Kunden schickt, ist der Ertrag begrenzt: Diese Kunden kennen Sie bereits, und ein Logo ändert nichts daran, ob die Nachricht ankommt.
Was es auf jeden Fall bringt, selbst wenn Sie das Zertifikat nicht kaufen: Sie haben DMARC auf Durchsetzung gesetzt. Das ist der eigentliche Gewinn: Ihre Domain lässt sich nicht mehr frei fälschen. BIMI ist in diesem Sinne ein guter Anlass, diese Arbeit endlich zu erledigen.
Die Reihenfolge in der Praxis
- SPF und DKIM für jeden Versender, auch die kleinen. Ein SMTP-Relay, das alles pro Anwendung bündelt, macht das übersichtlich.
- DMARC auf none mit Berichten, mindestens einen Monat lesen.
- Verschärfen auf Quarantäne und danach Reject.
- Logo exportieren und validieren lassen, an einem festen Ort ablegen.
- BIMI-Eintrag veröffentlichen.
- Über das Zertifikat entscheiden, je nachdem, wer Ihre Empfänger sind.
Häufig gestellte Fragen
Verbessert BIMI meine Zustellung?
Nicht direkt. Die strengere DMARC-Einstellung, die es voraussetzt, hilft allerdings, weil Fälscher Ihre Reputation nicht mehr beschädigen können.
Kann ich BIMI ohne Zertifikat nutzen?
Ja, und manche Anbieter zeigen das Logo dann bereits an. Die größten verlangen ein Zertifikat. Beginnen Sie ohne und entscheiden Sie später.
Funktioniert es auf jeder Subdomain?
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