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Inbox-Placement bei Proximus, Telenet, Gmail und Outlook: so testen Sie pro Anbieter

Proximus, Telenet, Gmail und Outlook beurteilen dieselbe E-Mail jeweils auf ihre eigene Weise: Die belgischen Anbieter stützen sich stärker auf klassische Filter und Reputationslisten, Gmail und Outlook vor allem auf das Verhalten ihrer Nutzer. Eine E-Mail, die beim einen im Posteingang landet, kann beim anderen im Spam liegen. Die einzige zuverlässige Methode, das zu erfahren, ist ein Test mit einer echten Adresse bei jedem Anbieter einzeln.

Warum dieselbe E-Mail unterschiedlich behandelt wird

Jeder Anbieter baut seinen Filter mit anderen Daten. Gmail und Outlook sehen enorme Volumen pro Tag und wissen genau, was ihre Nutzer öffnen, löschen, archivieren und als Spam melden. Ihr Filter ist dadurch weitgehend verhaltensgesteuert: Wie Ihre früheren E-Mails aufgenommen wurden, wiegt schwer. Belgische Anbieter wie Proximus (mit den Domains proximus.be und skynet.be) und Telenet sind kleiner und nutzen in der Regel eine Kombination aus Spamfilter-Produkten, Reputationslisten Dritter und eigenen Regeln. Das macht sie nicht strenger oder milder, aber anders: Technische Signale wie ein fehlender DKIM-Eintrag, eine versendende IP-Adresse auf einer schwarzen Liste oder ein abweichendes Reverse-DNS wiegen dort relativ schwerer.

Für Sie bedeutet das: eine Kampagne, vier Ergebnisse. Wer nur im eigenen Postfach nachsieht, sieht nur eines davon.

Was alle Anbieter gemeinsam haben

Drei Dinge prüft jeder. Erstens die Authentifizierung: SPF, DKIM und DMARC müssen stimmen, und seit die großen Anbieter ihre Anforderungen an Massenversender verschärft haben, ist das keine Option mehr. Zweitens die Reputation der versendenden Domain und der IP-Adressen. Drittens die Listenqualität, sichtbar über Bounces und Beschwerden. Wer diese drei in Ordnung hat, erreicht bei allen vier Anbietern eine gute Basis. Die Unterschiede liegen in dem, was danach geschieht.

Lesen Sie, wie Sie SPF, DKIM und DMARC in wenigen Minuten einrichten, falls das noch nicht geschehen ist; alles Weitere hat ohne das wenig Sinn.

Die typischen Unterschiede pro Anbieter

Gmail

Gmail sortiert nicht nur in Posteingang oder Spam, sondern auch in Tabs wie Werbung. Ein Newsletter unter Werbung ist kein Zustellproblem, wohl aber ein Sichtbarkeitsproblem. Gmail reagiert außerdem stark auf Engagement: Adressen, die Ihre E-Mails seit Monaten nicht öffnen, drücken die Platzierung bei allen anderen Gmail-Adressen. Gmail bietet ein eigenes Postmaster-Tool, in dem Sie die Reputation Ihrer Domain dort verfolgen können.

Outlook und Microsoft 365

Microsoft nutzt eigene Reputationssysteme und legt E-Mails unbekannter Absender eher im Ordner Junk-E-Mail ab, vor allem bei Firmenpostfächern, wo Administratoren zusätzliche Regeln einstellen. Bei geschäftlichen Empfängern kommt oft noch ein externer Spamfilter hinzu, den die Organisation selbst gewählt hat. Auch Microsoft bietet ein Tool, um die Reputation Ihrer IP-Adressen zu verfolgen.

Proximus und Telenet

Beide sind Verbraucheranbieter mit vielen älteren, wenig genutzten Adressen. Das hat zwei Folgen. Ihre Liste enthält bei diesen Domains relativ viele Adressen, die nicht mehr gelesen werden, was Ihre Engagement-Werte drückt. Und technische Abweichungen werden dort eher bestraft: Ein versendender Server ohne korrektes Reverse-DNS oder eine IP-Adresse auf einer verbreiteten schwarzen Liste wird oft schon bei der Übergabe abgewiesen, statt im Spam abgelegt. Das sehen Sie dann als Bounce mit einem Ablehnungscode, nicht als stille Spam-Platzierung. Sehen Sie bei diesen Anbietern deshalb zuerst auf Ihre Ablehnungen.

So testen Sie pro Anbieter

  1. Legen Sie pro Anbieter eine Testadresse an. Eine kostenlose Gmail- und Outlook-Adresse, plus eine Adresse bei Proximus und Telenet, falls Sie eine bekommen können (ein Kunde oder Kollege mit einer solchen Adresse hilft Ihnen gern). Legen Sie sie in ein eigenes Testsegment.
  2. Versenden Sie die echte Kampagne, nicht eine Testversion. Ein Test aus dem Editor nimmt oft einen anderen Weg. Sie wollen wissen, wie die echte Nachricht, mit echten Tracking-Links und echtem Absender, behandelt wird.
  3. Sehen Sie nicht nur auf die Ankunft, sondern auf den Ordner. Posteingang, Werbung, Spam oder gar nichts? Notieren Sie es pro Anbieter.
  4. Vergleichen Sie mit Ihrem Protokoll. Steht die Nachricht in Ihrem Versandprotokoll als zugestellt, liegt aber im Spam, ist es ein Platzierungsproblem. Steht sie als abgewiesen, ist es ein technisches oder ein Reputationsproblem.
  5. Wiederholen Sie es bei jeder Änderung. Neue Domain, neue Vorlage, neuer Absendername: jedes Mal neu testen.

Im Dashboard von 2Mail sehen Sie pro Versanddomain, wie sich Übergaben, Bounces und Ablehnungen verteilen. Kombinieren Sie das mit den Klicks pro empfangender Domain: Ein Anbieter, bei dem die Zustellung normal ist, die Klicks aber auffällig zurückbleiben, ist fast sicher ein Anbieter, bei dem Sie im Spam liegen.

Was Sie besser nicht tun

Verlassen Sie sich nicht auf ein einzelnes kostenloses Spam-Score-Tool, das eine Note von zehn vergibt. Diese Tools prüfen technische Dinge (nützlich), können aber das Verhalten der echten Filter nicht nachbilden. Versenden Sie auch nicht pro Anbieter andere Inhalte, um den Filter auszutricksen; das funktioniert höchstens kurz und macht Ihre Messung wertlos. Arbeiten Sie an der Basis: Zustellbarkeit ist bei allen vier Anbietern dieselbe Kombination aus Authentifizierung, Reputation und Listenqualität.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Anbieter ist am strengsten?

Das ist je nach Absender und Zeitpunkt unterschiedlich. Ein Absender mit einem technischen Problem stößt eher bei Proximus oder Telenet an; ein Absender mit einer schlafenden Liste eher bei Gmail. Testen Sie, statt zu raten.

Kann ich sehen, in welchem Ordner meine E-Mail gelandet ist?

Nicht aus Ihrem Versandprotokoll; der Empfänger meldet das nicht zurück. Deshalb brauchen Sie eigene Testadressen und nutzen Klicks pro empfangender Domain als indirekten Maßstab.

Hilft eine eigene Versanddomain pro Anbieter?

Nein. Was hilft, ist transaktionale E-Mails und Kampagnen zu trennen, damit ein schlecht aufgenommener Newsletter Ihre Bestellbestätigungen nicht mitreißt.

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